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Dr. med. 1914 wurde er Mitglied der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften (KWG) und Leiter der Abteilung für Physiologie des Kaiser-Wilhelm-Instituts (KWI) für Biologie. Im Ersten Weltkrieg diente er als Freiwilliger. 1917 erfolgte seine Berufung zum Professor an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin. 1918 setzte Warburg seine Forschungen am KWI für Biologie fort. Er entwickelte Methoden und Geräte zur Messung des Sauerstoffverbrauchs von Organismen, veröffentlichte Arbeiten zum Quantenbedarf der Photosynthese, entdeckte die »Eisenkatalyse an Oberflächen« und den »Gärungsstoffwechsel der Tumoren«. Nach dem Kriege wohnte er in Lichterfelde, in der Ringstraße 70, bis er 1928 nach Dahlem zog, wo er zuerst in der Ehrenbergstraße 21 und dann von 1931 bis 1970 in der Garystraße 18 wohnte. 1924 ging Warburg zu einem Studienaufenthalt an das Rockefeller-Institut für medizinische Forschung in New York. 1926 erschien seine erste Monographie »Über den Stoffwechsel der Tumoren«. Bei einer Vortragsreise in den USA 1929 sicherte ihm die Rockefeller Foundation finanzielle Unterstützung bei der Errichtung eines eigenen Instituts zu. So erhielt er 1930 2,7 Millionen Reichsmark für den Bau eines Institus für Zellphysiologie sowie eines Instituts für Physik zur Verfügung. Seit 1923 wiederholt für den Nobelpreis vorgeschlagen, erhielt ihn Warburg 1931 für die Entdeckung des
Baldur Gundermann
Mehrfach vorgeschlagen

Der Ehrenbürger Otto Heinrich Warburg
(1883–1970)

Otto Heinrich Warburg wurde am 8. Oktober 1883 in Freiburg i. Br. geboren. 1895 kam er nach Berlin, da sein Vater Direktor des Physikalischen Instituts der Friedrich-Wilhelms-Universität, später – 1905 – sogar Präsident der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt Charlottenburg wurde. Nach dem Abitur am Friedrichswerderschen Gymnasium (1901) nahm er ein Chemiestudium in Freiburg und ab 1903 bei Nobelpreisträger Emil Fischer in Berlin auf. 1906 erfolgte seine Promotion zum Dr. phil. in Berlin. In diesen Jahren wohnte er in den Dienstwohnungen seines Vaters in der Neuen Wilhelmstraße 16 bzw. in der Charlottenburger Marchstraße 25 b. Danach setzte er seine wissenschaftliche Ausbildung mit einem Medizinstudium in Heidelberg fort. Ab 1908 hielt er sich mehrfach an der Zoologischen Station Neapel auf. Eine Veröffentlichung über den Sauerstoffverbrauch im befruchteten Seeigelei erregte internationales Aufsehen; zu diesem Thema erfolgte 1911 in Heidelberg auch seine Promotion zum

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Atmungsferments Eisenoxydgenase und die Aufklärung seiner Konstitution und Funktion bei der Zellatmung. In den ersten Jahren nach dem Machtantritt Hitlers wagten es die Nazis zunächst noch nicht, den »rassisch« verfemten Warburg zu entlassen. Als er 1941 sein Amt »zur Verfügung stellen« soll, wurde einem Antrag auf »Gleichstellung mit Deutschblütigen« stattgegeben. 1944 sollte Warburg für seine Forschungen über das eisenfreie gelbe Zellatmungsferment erneut den Nobelpreis erhalten, Hitlers generelles Verbot für Deutsche, diese Ehrung anzunehmen, verhinderte das. Warburg experimentierte in seinem Privathaus, erarbeitete die Monographie »Schwermetalle als Wirkungsgruppe von Fermenten«, die 1945 nach Kriegsende erschien. 1948 erhielt Warburg die Möglichkeit zur Arbeit in den USA, wo er sich mit der Untersuchung der Photosynthese befaßte. 1949 kehrte er nach Berlin zurück, übernahm 1950 die Leitung seines wiedereröffneten Instituts für Zellphysiologie, das 1953 in die Max-Planck-Gesellschaft übernommen wurde. Zwischen 1953 und 1968 veröffentlichte Warburg 240 wissenschaftliche Arbeiten, darunter aufsehenerregende Forschungsergebnisse über den Stoffwechsel der Krebszelle. Wenige Jahre zuvor hatte er geschrieben: »Zu meinen Gunsten kann ich nur die Definition des Genies anführen: Ein Mann, der in seinen Vermutungen weniger oft fehlgeht, als der Durchschnitt.« Am 8. Oktober 1963, anläßlich seines 80. Geburtstages, wurde Otto Heinrich Warburg vom Senat und Abgeordnetenhaus zum Ehrenbürger der Stadt Berlin ernannt.
     Warburg starb am 1. Januar 1970 und wurde auf dem Dorffriedhof Dahlem begraben. In seinem Testament hatte er diesen Ort gewählt und gleichzeitig bestimmt, daß keine Trauerfeier veranstaltet, keine Traueranzeigen verschickt und keine Straße nach ihm benannt werde.
     Nobelpreisträger Adolf Butenandt schrieb in seinem Nachruf: »Die Einmaligkeit Otto Warburgs wird durch eine ungewöhnlich große Zahl fundamentaler Entdeckungen dokumentiert. Es wäre möglich, die gesamte Geschichte der Biochemie ... an Otto Warburgs Werk aufzuzeigen.«
Er war einer der wenigen Repräsentanten einer Hochburg der Wissenschaften, wie sie Berlin vor 1933 darstellte, der nach 1945 wieder in die Stadt zurückfand. Gerade diese Seite wurde in der Ehrenurkunde hervorgehoben, in der man den verdienten Gelehrten ehrte, »der zu der Bedeutung Berlins hervorragend beigetragen und den Ruf dieser Stadt als Zentrum der Forschung und Lehre mitbegründet hat«.
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